„Das Web“ oder „die Online-Informationssysteme“?

Gibt es das „Web“ oder „das Internet“?

Als ein homogenes Medium jedenfalls nicht.

Wenn wir vom „Internet“ sprechen, meinen wir das „WWW“, obwohl das Internet primär die Bezeichnung für „das Netz der Netze“ ist. Das Internet ist genauso WWW wie E-Mail oder Skype. Viele haben vergessen, dass E-Mails keine Domäne des Web-Browsers sind. Dieser ist (genauso wie die „Seite“) nur ein „Frontend“ – eine Benutzerschnittstelle…

Aber auch wenn wir nur vom „Web“ (synonym zu „WWW“) sprechen würden, hätten wir unzählige Missverständnisse zu erwarten. Im großen und ganzen wird zwischen Web 1.0 und Web 2.0 unterschieden. Der Unterschied liegt vor allem in der Richtung des Informationsflusses. Während das „alte Web“ fast unidirektional war, ist das „neu Web“ multidirektional, so das Informationen in beide Richtungen fließen. Das „2.0“ ist ein Gemeinschaftswerk – sozusagen.

Das Web kann man je nach Funktion in verschiedene Kategorien aufteilen. Die Frage ist, was man damit erreichen will:

  • Informieren oder Kommunizieren? (Support-Plattform oder Marketing?)
  • Langfristig verfügbare und zeitunabhängige Informationen oder ständig wechselnde aktuelle Nachrichten?
  • Wenige ausführliche (wissenschaftliche) Texte oder unzählige kleine Datenhäppchen, die kaum länger als einige Sätze sind?
  • Interaktive Inhalte, die Programme ablaufen lassen oder statische Informationssammlungen?
  • Umfassende Informationsangebote ohne Bezug zu Ort und Zeit oder lokale und zeitnahe Nachrichten für den mobilen abruf?

Die meisten im Web anzutreffenden Systeme können in die folgenden Kategorien unterteilt werden:

  • Webseiten (mehr oder weniger statische Informationseinrichtungen)
  • Kommunikationspattformen (Ticket-Systeme, Online-Chats, Foren aber auch soziale Netzwerke)
  • Datenbanken (Durchsuchbare vernetzte Datenhäppchen)
  • Applikationen (Benutzerschnittstellen zu anderen Systemen, wie Kalender, E-Mail, Geräte etc)
  • Referenzwerke und Dokumentationssysteme (HowTos, API-Dokumentationen, FAQs, Manuals)
  • Dateiverwaltungssysteme (meist als Mischung mit Datenbank, Applikation und Dokumentationssystem)
  • Blogs (achronologische Webseiten mit Inhalten von kurzfristiger Aktualität)
  • Nachrichten-Seiten (meist bei Zeitschriften, sehr kurzfristige Aktualität)
  • Mobile Web-Apps mit sehr starkem Orts- und Zeitbezug (Eventdatenbanken, Branchenbücher, Fahrpläne etc, oft nur über eine „echte App“ erreichbar)

Es gibt nicht das „WWW“ – als homogene Masse jedenfalls. Durch die starke Verbreitung bis in die kleinsten Nischen und die breite Verfügbarkeit der Zugangsschnittstelle – des Web-Browsers – ist von einer stärkeren Durchdringung in jeden Lebensbereich auszugehen.

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